Gartenbodenuntersuchung

Beispielprojekt: Gartenbodenuntersuchung


Der Auftraggeber hat die Außenanlage um ein Mehrfamilienhaus gestalten lassen. In diesem Garten wuchs der Rasen im Frühjahr schlecht und ungleichmäßig an, auch optisch erfüllte der aufgetragene Boden nicht die Erwartungen. Daher beauftragte er uns damit, zu überprüfen, ob der Oberboden der Ausschreibung entspricht.

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Folgende Fragen mussten unter anderem geklärt werden:

Ungleichmäßiger Aufwuchs
Ungleichmäßiger Aufwuchs

Dazu wurden während einer Ortsbegehung repräsentative Proben entnommen, an denen eine Körnungsanalyse und eine Humusanalyse durchgeführt wurden. Grundlage für die Überprüfung ist die DIN 18915 "Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Bodenarbeiten (DIN 18915:2002-08)".

Ergebnisse:
Aufgrund des optischen Eindrucks ergab sich bereits bei der Probenahme der Verdacht, es handele sich um keinen Oberboden, sondern um einen Unterboden. Dieser Anfangsverdacht wurde durch die Humusanalyse unterstützt, die nur einen geringen Humusgehalt ergab. Es konnte nicht abschließend geklärt werden, ob es sich um Oberboden handelt oder nicht. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass das verwendete Substrat für vegetationstechnische Zwecke aufgrund seines zu hohen Tongehaltes, seines geringen Humusgehaltes und seiner Struktur schlecht geeignet ist.

Humus- und Korngrößenanalyse ergaben, dass die Bodenverbesserer Sand und Kompost zwar in der vorgegebenen Menge, jedoch sehr ungleichmäßig ausgebracht und eingearbeitet wurden. Aufgrund der ungünstigen Eigenschaften des verwendeten Substrats (hoher Tonanteil und geringer Humusgehalt) reichten die vorgegebenen Mengen an Bodenverbesserern nicht aus, um die Defizite auszugleichen. So weist der Boden auch nach der Einarbeitung von Sand und Kompost einen für Rasen ungünstigen Wasser- und Lufthaushalt auf.

Darüber hinaus enthält der Boden unzulässigerweise Fremdstoffe und Bauschutt (Isolator, Glühbirne), die auf die Mitverwendung von Bauaushub schließen lassen.

Fremdstoffe
Fremdstoffe, die im aufgetragenen
Gartenboden gefunden wurden.

Unsere Empfehlungen:
Um die Eigenschaften des Bodens zu verbessern, müssen die Anteile an Humus, Sand und Schluff deutlich erhöht werden. Zudem muss eine gleichmäßige Einarbeitung der bereits ausgebrachten Bodenverbesserer Kompost und Sand erfolgen. Hierbei sollten auch vorhandene Steine und Fremdstoffe ausgelesen werden.

Da der Tongehalt des aufgebrachten Bodens um ein Vielfaches höher liegt als gefordert, ist eine Melioration mit einfachen Mitteln nicht möglich. Ein vollständiger Austausch der obersten 20 cm wäre am sinnvollsten. Ein ähnlich gutes Ergebnis könnte dadurch erreicht werden, dass der Oberboden etwa zur Hälfte durch einen humosen Oberboden der Bodengruppe 4 ersetzt wird. Hierbei muss auf eine gleichmäßige Aufbringung und Einarbeitung geachtet werden.